34. Wurzer Sommerkonzerte 2021

31. Juli bis 04. September 2021
im Historischen Pfarrhof - in Wurz - in der Oberpfalz

Historie

aus der Geschichte von Wurz

Wurz feiert 2019 sein 950-j√§hriges Bestehen. Laut Urkunde vom 27. Okt. 1069 übergab König Heinrich IV. dem Bamberger Bischof Hermann und seiner Kirche "ein praedium (großes Landgut) ....... Wrzaha genannt, im Gau Nortgove (Nordgau) ... gelegen“. Wurz war aber offensichtlich bereits zum damaligen Zeitpunkt eine befestigte Ortschaft mit Burgsitz, die wahrscheinlich älteste Siedlung der nördlichen Oberpfalz überhaupt.

Wann in Wurz die erste Kirche erbaut wurde, steht nicht fest. Der frühere Pfarrpatron St. Bartholomäus dürfte auch Patron der ehemaligen Burgkapelle gewesen sein . Sie stand vermutlich einmal auf dem Platz der heutigen Totenkapelle (1745 erbaut), einer ursprünglichen St. Jodok -, späteren Johannes - Nepomuk - und noch späteren Herz - Jesu – Kapelle. In den beiden ältesten Pfarrverzeichnissen von 1326 und 1350 wird die Pfarrei Wurz, damals zum Dekanat Altendorf gehörig, bereits genannt. 1428 plünderten und brandschatzten die Hussiten Wurz. Spätestens 1438 wurde die Pfarrei Wurz der Zisterzienserabtei Waldsassen inkorporiert.

Die heutige Wurzer Pfarrkirche plante der Architekt Heinrich Hauberrisser. Sie wurde am 16. Mai 1935 von Bischof Buchberger konsekriert, nachdem das Gewölbe der 1787 erbauten Vorgänger -kirche am 17. Februar 1933 eingestürzt war.

Weitere Informationen in:
Christoph Schulze, Wrzaha – Wurz, Wurz 1988
ders., Ich, Lewe der Wurzer, in: Festschrift „925 Jahre Wurz“, Wurz, 1994, 62 – 96
ders., St. Quirin am Botzerberg bei Püchersreuth, Wurz 2002

Der Wurzer Pfarrhof

Die Ortschaft Wurz liegt eingebettet in die bergige Landschaft des Oberpfälzer Waldes, ca. 12 km nördlich der Max-Reger-Stadt Weiden. Als bemerkenswerte Baudenkmäler dominieren die Pfarrkirche St. Matthäus und der ehemalige Pfarrhof. 1973 erwarb Dr. Rita Kielhorn das Anwesen und restaurierte es mit erheblichen Mitteln unter Beachtung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte.

Der Wurzer Pfarrhof wurde im Jahre 1780 von Johann Jacob Philipp Muttone erbaut. Er diente dem Cistersienser Stift Waldsassen als Sommersitz. In der 1896 in Eichstätt herausgegebenen Geschichte des Cistersienser- Stiftes Waldsassen unter dem Abte Wigand von Deltsch (1756 - 1792) ist zu lesen:

"Ebenso erbaute er die geräumigen Pfarrhöfe zu Leonberg, zu Wurz, den schönsten von allen, zu Windischeschenbach, gleich prächtig, zu Konnersreuth, zwar kleiner, aber passend und in Wernersreith, welch letzterer wetteifernd im kleinen Umfang die Bequemlichkeit aller früheren erhält.".

Der Wurzer Pfarrhof ist der einzige von Muttone erbaute, noch vollständig erhaltene Pfarrhof mit den dazugehörenden Nebengebäuden wie Waschhäusel, Backhäusel, Pferdestall, Scheune und der vollständiger Einfriedungsmauer. Er ist nicht nur ein Baudenkmal, sondern ein ins 20. Jahrhundert in seiner Ganzheit herübergerettetes, einmaliges Dokument Oberpfälzer Kulturgeschichte. Er ist seit 1988 alljährlich von Ende Juli bis Anfang September der Austragungsort der Wurzer Sommerkonzerte. Diese sind als Open-Air-Veranstaltung geplant und finden bei schönem Wetter im großzügigen Hof mit seiner hervorragenden Akustik statt, bei schlechtem Wetter kann in den ehemaligen Marstall oder in die St-Matthäus-Kirche ausgewichen werden.

Inzwischen sind die Wurzer Sommerkonzerte zu einem Publikumsmagneten geworden, der aus dem Kulturleben der Oberpfalz nicht mehr wegzudenken ist. In nächster Nähe zu Osteuropa ist es gelungen, hier ein internationales Forum für Musik zu schaffen, wo sich Musiker und Zuhörer aus allen europäischen Ländern begegnen.

der Wurzer PfarrhofFoto: M.Schulze

Die Wurzer Sommerkonzerte

Im folgenden ein Querschnitt durch die Vielfalt der musikalischen Ereignisse in Wurz:

  • 1988-89 Studio Sextett (Polen)
  • 1989 gab es einen Schwerpunkt "Mittelalter" mit einem Streifzug durch 300 Jahre Gotische Musik mit der "musika mensurata" aus der ehemaligen DDR.
  • Das international bekannte Vilnius-Quartett gastierte in Wurz seit 1990 mehrmals und bereicherte das Programm mit Aufführungen von litauischen Komponisten.
  • 1991, im Zeichen des Mozartjahres, wurde mit großem Erfolg ein Singspiel "Bastien und Bastienne" vom "teatro mobile" (Halle) aufgeführt.
Vilinius Quartett  Vilnius Quartett
Meczek Quintett (Ungarn) Meczek Quintett Pecz,Ungarn
  •  Eine Neuentdeckung war das "Glasunow-Quartett" aus Moskau, ein reines Frauenensemble.
  • 1993 war ein Höhepunkt, eine Matinee mit dem weltbekannten Flötisten Karl-Bernhard Sebon , der hier seine Flötensammlung vorstellte.
  • Neben dem Rigaer Streichquartett, dem Niederländer Klarinettenquartett und dem Budapester Bläserensemble konnte man 1994 das Kreuzberger Streichquartett aus Berlin bei den Wurzer Sommerkonzerten erleben.
  • Auch Volksmusik gibt es in Wurz zu hören, so 1995 der Aidija Chor aus Litauen mit weltlicher Chormusik der Renaissance und litauischen Volksliedern.
  • Mit einem breitgefächerten Programm von der Klassik bis zur Moderne begeisterte 1996 das Blechbläsersextett "Ensemble Classique".
Rigaer Streichquartett  Rigaer Streichquartett
  • 1997 wurde von dem Budapester Kammerorchester Concentus Hungaricus der 150. Todestag von Felix Mendelsohn Bartholdy gewürdigt und mit einem Komponistinnenportrait seiner nicht minderbegabte Schwester Fanny Hensel, die im gleichen Jahr wie ihr Bruder starb.
  • 1998 freuten wir uns besonders über den zehnköpfigen Männerchor "Georgische Stimmen" , die Polin Katarzyna Mycka mit ihrem Marimbaphon, das Vilnius- und Cracovia String-Quartett , die ein Oktett von Mendelsohn Bartholdy spielten, das Rimsky-Korsakow-Quartett aus Petersburg mit einem russischen Programm u.a.m..
  • 1999 waren bei uns zu Gast Trio St. Petersburg Baroque , Rigaer Streichsextett mit Gesang , das Residenzquartett Würzburg, das Ensemble "Preußische Kammermusik", den Rigaer Kammerchor, Bena Havlü, das Berlin Baroque, das Johann Rosenmüller Ensemble,  sowie das Opitz-Quartett (Berlin) mit Jürgen Kern als Sprecher.
  • 2000 waren unsere Gäste: Würzburger Bläsersolisten, Angelus Ensemble, das Classica Quartett mit Mikulski (Horn), das Kammerorchester "fonte di musica", das ensemble parlando Berlin und H.-J. Schatz, das Julius-Klengel-Kollegium, und Katarzyna Mycka Marimbaphon) und Percussion-Trio.
  • 2001 konzertierten für uns: die Wiener Barocksolisten, das Karol Szymanowski Quartet, das Leipziger Hornensemble, das Wurlitzer Bassetthorntrio, das Prager Salonorchester mit Roberto Sterba (Tenor), das Rodin - Quartett, das Katharinentrio, das Melton Tuba Quartett, das Rachmaninow Quartett aus Sotschi, das Rimsky-Korsakow-Quartett aus St. Petersburg mit Nello Alessi (Gitarre) und das Duo Euterpe (Andrea Steckermeier-Thiele, Harfe und Karin Lorenz, Violine)

  • Unser Programm 2002 und alle weiteren finden Sie im Bereich "Programm" 
Vilinius und Cracowia Quartett Vilnius und Cracowia Quartett
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